Zinsen

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Zinsen sind der Geldbetrag, den ein Schuldner für geliehenes Kapital bezahlt. So können sie auch als Preis des Geldes bezeichnet werden.

Definition Zinsen – Was ist das?

Zinsen zahlen Sie entweder auf Kredite oder erhalten Sie für Ihr angelegtes Geld. Entsprechend sind Zinsen der Geldbetrag, den ein Schuldner für geliehenes Kapital bezahlt. So können mithilfe von Zinsen also zum einen Gewinne erzielt werden, zum anderen aber auch Verluste eingefahren werden.

Die Höhe der Zinsen wird in Prozent gemessen und durch den Zinssatz angegeben. Hierbei bezieht sich der Zinssatz immer auf einen festen Zeitraum, welcher in der Regel ein Jahr lang ist (angegeben in p.a. = per annum). Referenzzinssätze geben das Maß für die Festlegung der Zinssatzhöhe. In Europa ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) der wichtigste, da die EZB mit ihm Einfluss auf die Geldpolitik ganz Europas nimmt.

Auch die Rendite einer Anlage, als ihr gesamter Erfolg, wird prozentual als Verzinsung angegeben.

Aufgrund der Anzahl verschiedener Zinsarten, entstehen einige Unterschiede. Bevor man also einen Vertrag unterschreibt, sollte man drauf achten, um welche der Zinsarten es im Vertrag geht.

Die Zinsarten

Leitzins

 Der Leitzins ist ein Referenzzins, welcher von den jeweiligen Notenbanken festgelegt wird. In den USA ist das zum Beispiel der Leitzins der Federal Reserve System (FED). In Europa orientieren sich hingegen alle europäischen Kreditinstitute an dem Leitzins der europäischen Zentralbank (EZB). So kann die Geldpolitik in ganz Europa durch die Notenbanken aktiv gesteuert werden, womit die Kreditaufnahme bewusst gebremst oder angetrieben werden kann.
Die EZB errechnet die Zinssätze täglich neu. Jedoch müssen sich die Kreditinstitute nicht an den Leitzins halten, sondern können auch ihren eigenen Zinssatz bestimmten, sodass alle Kosten gedeckt werden.

 Soll- / Habenzins

Der Sollzins, auch Nominalzins oder Nettozinssatz genannt, steht für Kredit- und Darlehenszinsen im Allgemeinen. Er gibt in Prozent an, wie hoch ein Darlehen verzinst wird. Dazu können jedoch noch Nebenkosten wie zum Beispiel Bearbeitungsgebühren kommen.

In der Regel hängt die Höhe des Sollzinses von der Laufzeit, der Bonität, der Kreditsumme und dem Leitzins der EZB ab.

Effektivzinssatz

Der Effektivzins wird auch effektiver Jahreszins genannt, da er pro Jahr berechnet wird. Er hängt mit dem Sollzins eng zusammen. Der einzige Unterschied ist lediglich, dass der Effektivzins schon alle Nebenkosten enthält. Dazu zählen beispielsweise Vermittlungsgebühren, Bereitstellungszinsen, Transaktionskosten und Bearbeitungsgebühren. Somit ist der Effektivzins höher als der Sollzins, zeigt aber an, wie viel ein Kredit im Jahr tatsächlich kostet. Mit dem Effektivzins lassen sich die Angebote verschiedener Banken gut miteinander vergleichen

Realzins

 Der Unterschied zwischen dem Nominalzins und dem Realzins ist, dass die Inflationsrate beim Nominalzins nicht berücksichtigt wird. Um also den Realzins zu ermitteln, wird die Inflationsrate vom Nominalzins abgezogen.

Dispozins

Die meisten Kontoinhaber erhalten einen sogenannten Dispositionskredit. Hierbei handelt es sich um einen eingeräumten Kreditrahmen für das Konto. Nutzt er den Dispositionskredit fallen jedoch Dispozinsen für den genutzten Betrag an.

Überziehungszins

 Der Überziehungszins fällt an, sobald ein Konto über den eingeräumten Kreditrahmen hinweg überzogen wird. Dieser fällt in der Regel ziemlich hoch aus und liegt zwischen 10 und 15 Prozent. Jedoch bezieht er sich lediglich auf die Summe, mit der das Konto im Minus ist und fällt so lange an bis das Konto nicht mehr überzogen ist.

 Zinseszins

 Der Zinseszins führt dazu, dass die Kapitalsumme nicht linear, sondern exponentiell wächst. Dies liegt daran, dass der Zins eines Kredits oder einer Anlage beim Zinseszins nach jedem Zinsintervall erneut verzinst wird.

Negativzins

Der Negativzins oder auch Strafzins genannt, bezeichnet das Gegenteil von normalen Zinsen, da der Kapitalgeber hier schlussendlich nicht mit mehr Geld, sondern mit weniger rauskommt. Er verliert also während eines gewissen Zeitraums einen gewissen Prozentsatz, welchen der Kapitalnehmer erhält. Der Negativzins wird beispielsweise genutzt, wenn ein Land ausländisches Kapital abfließen lassen möchte. Zudem wird die Negativzins-Strategie genutzt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

 Zinsen auf Sachkapital

 Zinsen auf Sachkapital werden im Immobilienbereich auch als Mietzins bezeichnet. Dabei werden bestimmte Objekte einer Person für eine befristete Zeit überlassen. Diese zahlt dafür Geld, was die Zinsen auf Sachkapital sind.

Guthabenzinsen

Guthabenzinsen erhalten Anleger auf ihr Sparguthaben. Diese können von Banken angeboten werden, die einen Guthabenzins auf Einlagen auf dem Tagesgeld, Festgeld und manchmal sogar Girokonto zahlen. Zudem belohnen Kreditkartengesellschaften den Kreditkartenhalter, wenn dieser dort Guthaben hat. Darüber hinaus zahlen Bausparkassen Guthabenzinsen für Bausparverträge, welche gerade in der Ansparphase sind.

Kapitalmarktzins

Der Kapitalmarktzins meint den Ertrag aus langfristigen festverzinslichen Geldanleihen. Im engeren Sinn ist der Kapitalmarktzins der Gewinn aus langfristigen Wertpapieren. Im weiteren Sinn ist der Ertrag aus langfristigen Krediten gemeint. Er ist von Angebot und Nachfrage abhängig.

Geldmarktzins

Der Geldmarkt ist ein Teil des Kapitalmarkts, an dem nur Kreditinstitute, Unternehmen und Versicherungen teilnehmen. Es werden lediglich kurzfristige Geldanlagen gehandelt. Der Geldmarktzins ist der Zins für diese kurzfristigen Kapitalanlagen.

 

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Von |2019-09-02T14:22:09+02:002. September 2019|
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