Emittent

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Als Emittent versteht die Finanzbranche den Herausgeber von Wertpapieren oder Anleihen. Beim Crowdinvesting für Immobilien wird der Darlehensnehmer ebenfalls als Emittent bezeichnet.

Definition Emittent – Was ist das?

Der Begriff Emittent stammt ursprünglich aus dem lateinischen und steht für „emittere“, also „herauslassen“ oder „loslassen“.

In der modernen Finanzwelt kommen als ebensolche Herausgeber  unterschiedliche Institutionen in Frage. Zu diesen zählen unter anderem Wirtschaftsunternehmen, ausländische Staaten, der Bund oder die Bundesländer.

Auch, wenn ein Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wird, werden Anteile des Unternehmens an der Börse emittiert. Die Bundesrepublik Deutschland tritt ebenfalls als Emittent auf und gibt Anleihen für die Finanzierung des Staatshaushaltes heraus.

Pflichten eines Emittenten

Emittenten von Wertpapieren müssen bestimmte Pflichten zum Schutze der Anleger erfüllen. Unternehmen, die Aktien emittieren wollen, müssen so zum Beispiel seit mindestens drei Jahren bestehen und entsprechende Jahresabschlüsse offenlegen. In einem Zulassungsprospekt wird dann die Emission beschrieben. Nach der Emission muss der Emittent außerdem unverzüglich sämtliche Fakten veröffentlichen, die bei Aktien Kursveränderungen bewirken könnten. Außerdem ist der Emittent verpflichtet, regelmäßig Zwischenberichte zu veröffentlichen.

Risiken für Investoren

Anleger tragen das sogenannte Emittentenrisiko. Dieses bezeichnet den Verfall der herausgegebenen Wertpapiere im Falle der Insolvenz des herausgebenden Emittenten. In solch einem Fall müssen Investoren sogar mit einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen.­­

Emittent – Einteilung in Kategorien

Emittenten werden am Finanzmarkt anhand von verschiedenen Aspekten in bestimmte Kategorien eingeordnet. So gibt es zum einen sogenannte Neuemittenten und Daueremittenten, welche sich folgendermaßen unterscheiden:

Neuemittenten:

  • bieten zum ersten Mal Wertpapiere auf dem Markt an
  • bieten seit langer Zeit wieder Wertpapiere auf dem Markt an

Daueremittenten:

  • sind konstant an der Börse aktiv
  • bieten in regelmäßigen Abständen neue Aktien an
  • sind bei Anlegern und Spekulanten gut bekannt
  • haben einen guten Ruf

Darüber hinaus wird noch unterschieden, wer die Emission durchführt. So muss zwischen der Selbstemission und der Fremdemission differenziert werden.

Bei der Selbstemission platziert das Unternehmen die Wertpapiere selbständig an den Kapitalmärkten. Außerdem erfolgt die Kontaktaufnahme zu potentiellen Anlegern ebenfalls selbständig durch das Unternehmen. Bei der Selbstemission ist es wichtig, dass das Unternehmen über die notwendige Erfahrung verfügt und eine gute technische Infrastruktur aufweist. Denn es trägt nicht nur das Platzierungsrisiko selbst, sondern muss auch die technisch-organisierte Abwicklung eigenständig tätigen.  Aus diesen Gründen führen meist nur Banken die Selbstemission durch.

Bei der Fremdemission hingegen kümmern sich ein oder mehrere professionelle Dienstleister um die Durchführung und Abwicklung der Emission. Der Vorteil mehrere Dienstleister zu beauftragen, besteht darin, dass sich das Risiko verteilt und man zudem die Vertriebswege mehrerer Banken nutzen kann.

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Von |2019-09-04T10:16:46+01:0019. August 2019|
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